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"Musiktherapie fördert Rehabilitation"

Schlaganfall - Musiktherapie fördert Rehabilitation
Etwa 250.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Die Mehrzahl der Betroffenen hat anschließend mit belastenden Folgeschäden wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen zu kämpfen.

Die frühzeitige Rehabilitation von Schlaganfallpatienten ist von zentraler Bedeutung und entscheidet nicht zuletzt darüber, wie weit der Betroffene "zurück" ins Leben findet. Denn mit intensivem Training lassen sich viele Fähigkeiten wieder erlernen. Dabei kommt neben Krankengymnastik und Ergotherapie immer häufiger auch die Musiktherapie zum Einsatz.

Gerade da, wo verbale Kommunikation erschwert oder unmöglich ist - etwa bei Patienten mit Sprachbehinderungen - bietet sie die Möglichkeit, einen Zugang zum Menschen zu finden und diesen therapeutisch zu nutzen. Bei der aktiven Form der Musiktherapie machen Therapeut und Patient zusammen Musik. Musikalische Vorkenntnisse des Patienten sind hierfür nicht notwendig. Das Improvisieren auf einfachen Instrumenten oder das gemeinsame Singen dienen dazu, miteinander in Kontakt zu kommen und emotionale Stimmungen durch die Musik hörbar zu machen und zu beeinflussen.

Der Therapeut antwortend auf das Spiel des Patienten. In diesem nonverbalen Dialog kann der Patient auch Dinge "aussprechen", die sonst für ihn nur schwer in Worte zu fassen wären.

Gemeinsames Musizieren
Durch das Instrumentalspiel lassen sich sowohl die Grob- als auch die Feinmotorik verbessern. Bei der passiven oder rezeptiven Form der Musiktherapie hört der Patient den Improvisationen des Therapeuten oder selbst gewählter Musik zu. Dies soll vor allem zur Entspannung beitragen.

Hier entfaltet sich die heilsame Wirkung der Musik aber auch darüber, dass sie starke Emotionen hervorruft und außerdem beim entsprechenden Rhythmus zu Bewegungen motiviert.

Denn Musik kann so mitreißend sein, dass man gar nicht anders kann, als mitzuwippen. Dieser Effekt hilft ebenfalls in der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten: Zu rhythmischen Klängen lernen sie viel leichter, wieder zu gehen. Dies wurde kürzlich sogar in einer internationalen Studie nachgewiesen.

 


Die Wirkung von Musik bei der Rehabilitation wird bisher unterschätzt. Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung hat in einer internationalen Studie die Wirksamkeit von Musiktherapie im Vergleich zu konventioneller Physiotherapie bei Schlaganfallpatienten untersucht. Nach einem Schlaganfall ist bei vielen Patienten der normale Gangrhythmus beeinträchtigt. Die Forscher wollten nun herausfinden, ob auch durch ein musik-therapeutisches Konzept eine bessere Gehfähigkeit der Schlaganfallpatienten erreicht werden kann und ob die Behandlungsergebnisse besser sind als bei konventioneller Physiotherapie.
Dabei kamen sie zu einem interessanten Ergebnis: Die Patienten, die mit Musiktherapie behandelt wurden, wiesen eine höhere Erfolgsrate bei der Verbesserung von Bewegungsdefiziten auf. Für die Studie erhielten vierzig Schlaganfallpatienten mit einer halbseitigen Lähmung täglich ein spezielles musikmedizinisches Gangtraining. Dabei wurde der Gang durch rhythmisch-akustische Zeitgeber oder eine musikalische Stimulation unterstützt. Eine Vergleichsgruppe erhielt über den gleichen Zeitraum ein normales physiotherapeutisches Gangtraining.
Im Ergebnis war der Anteil der Personen in der Musiktherapiegruppe, bei der sich die Symptome deutlich verbessert hatten, etwa doppelt so hoch wie in der mit konventioneller Physiotherapie behandelten Gruppe. Zudem waren die Patienten, die mit der Musik behandelt wurden, währen der gesamten
Behandlungsdauer zufriedener mit ihrer Therapie als die Patienten der Vergleichsgruppe.

 

Adressenliste Musiktherapeuten

Musik hilft Schlaganfall-Patienten (ZDF-Video)
Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft

 

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